Veröffentlicht in Februar 2012

Redaktionelle Veränderungen: „Da steckt viel Graswurzelarbeit hinter“

Man könnte Stefan Raue als “Mann für Veränderungen” bezeichnen: In vielen Redaktionen und Positionen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk hat er Verände- rungen und Fusionen sowohl begleitet als auch geleitet. Seit dem 1. November 2011 ist er der erste trimediale Chefredakteur des MDR. Stephan Mündges sprach mit ihm über neue Strukturen an seinem jetzigen Arbeitsplatz und wie sich Veränderungsprozessen in Redaktionen am besten managen lassen.

Herr Raue, Sie sind seit wenigen Monaten Chefredakteur des MDR. Heißt das, Sie befinden sich noch in der Eingewöhnungsphase?

Raue: Ein solcher Job und ein solcher Jobwechsel kennt eine solche Eingewöhnungsphase nicht. Mein Vorgänger ist Ende Oktober in Ruhestand gegangen, ich habe am 1. November angefangen. Eine so große Organisation nimmt da keine Rücksicht, man hat keine 100-Tage-Frist. Man sitzt schon ab Tag Zwei voll im Geschehen und muss Entscheidungen treffen. Wir arbeiten in einem so rasend schnellen Gewerbe, dass da keine Eingewöhnungszeit eingeräumt wird. Weiterlesen

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Lustvolles Umblättern 2.0

Die Finger ertasten heute oft Bildschirme statt Druckerschwärze. Quelle: Sony

Die entscheidenden Kennzahlen bescheinigen dem Zeitungsmarkt schon seit Jahren nur einen Trend – den nach unten. Die Gründe dafür sind scheinbar schnell benannt: das Internet ist das große Verhängnis der Branche. Häuser, die stur aufs Gedruckte setzen, haben das Nachsehen. Doch die Lage bei den Zeitungen ist so eindeutig nicht. Die Branchenentwicklung im Überblick.

Der deutsche Zeitungsmarkt ist zwar der größte Europas, das macht ihn aber noch lange nicht unverwundbar. Die Wirtschaftskrisen der vergangenen Jahrzehnte haben den Verlegern arg zugesetzt. Das Anzeigenaufkommen geht zurück, gleichzeitig sinken auch die Abonnentenzahlen und damit die Auflagen der Titel. Doch hierfür allein den Vormarsch des Internets mit seinen frei verfügbaren Nachrichtenquellen verantwortlich zu machen, greift zu kurz. Die Auflagen sind bereits seit den 1980er Jahren auf Talfahrt. Wo sind all die Leser hin? Dazu hat die Fachwelt gleich mehrere Theorien aufgestellt. Weiterlesen

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Joachim Blum: “Man braucht Fachleute”

Joachim Blum ist Honorarprofessor für Journalistik und Medienproduktion an der Universität in Trier. Doch er bildet nicht nur junge Journalisten aus, sondern auch gestandene. Als Medienberater hat er Antworten auf ungenaue Vorstellungen bei Innovationsprozessen in Redaktionen. Frankfurter Rundschau, Welt, Berliner Morgenpost – alle haben sich Blum anvertraut. Miriam Sahli sprach mit ihm im Rahmen des Seminars “Redaktionsmanagement” über die manchmal schwierige Arbeit eines Medienberaters.

Herr Blum, wie sind Sie Medienberater geworden?

Blum: Ich bin Medienberater geworden, indem ich mir überlegt habe, was ich mit meiner Qualifikation machen kann. Ich habe nämlich in mehreren Redaktionen gearbeitet – Lokalzeitung, Regionalzeitung und überregionale Zeitung. Und ich habe vier Jahre lang als Seminarleiter und wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem Institut gearbeitet. Und das zu kombinieren, in Form einer Beratungsarbeit, fand ich dann ganz attraktiv.

Auf welche Weise beraten Sie Redaktionen?

Blum: Ganz grob kann man sagen: inhaltliche Konzeption. Was wird wie aus der Redaktion zu den Kunden, geliefert und produziert. Das sind Inhaltskonzepte und dann medienkonvergente, crossmediale Redaktionen, also Reorganisationsprojekte.

Sie sind nicht nur in Deutschland tätig, richtig?

BlumJa.

In welchen Ländern arbeiten sie außerdem?

Blum: Ich nehme mal nur das letzte Jahr: Deutschland, Schweiz, Österreich, Saudi-Arabien. Weiterlesen

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