2. Journalistisch-praktisch

Hoffmann, Julian (2010): Redaktionsmanagement. Das Newsroom-Modell zwischen Qualität und Ökonomie (Studienarbeit), 1.Aufl., München.

Die Studienarbeit von Julian Hoffmann beschäftigt sich mit der Redaktionsorganisation und den daraus resultierenden ökonomischen Folgen. Als besondere Form der Redaktionsorganisation wird dabei das „Newsroom-Modell“ genauer beleuchtet.

Der erste Teil der Studienarbeit beschäftigt sich mit den Grundlagen des Redaktionsmanagements und der Redaktionsorganisation. Der Autor liefert Definitionen und gibt einen Überblick wie eine Redaktion aufgebaut ist und warum eine eine starre Redaktionsorganisation zu Problemen führen kann. Im Kernstück der Arbeit wird die moderne Form der Redaktionsorganisation („Newsroom“, „Newsdesk“) thematisiert – welche Aspekte bei der Entwicklung und Umsetzung eine wesentliche Rolle spielten. Auch, wie und ob sich die Rolle des Journalisten oder Redaktionsleiters dabei verändert, wird in der Studienarbeit angerissen. Die Studienarbeit von Julian Hoffmann eignet sich gut, um einen ersten (kurzen) Überblick über das Thema Redaktionsmanagement zu bekommen.

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Keese, Christoph (2009): Innovationen im Redaktionsmanagement I: Newsrooms als Marktplätze für neue Ideen. Sichtweisen der Praxis. In: Fengler, Susanne / Kretzschmar, Sonja (Hrsg.): Innovationen für den Journalismus, Wiesbaden, S. 17-24.

Christoph Keese, mitverantwortlich für Konzeption und Realisation des Newsrooms der Welt-Gruppe/Berliner Morgenpost, dem größten (2009) medialen Newsrooms in Europa, beschreibt am Beispiel des 27. Dezember 2007, wie das Konzept Newsroom in der Praxis funktioniert. Keese stellt in Kürze, aber anschaulich, vorhandene Rollenprofile und die Chronologie von Arbeitsschritten vor. Darüber hinaus misst der Autor dem Redaktionsmanagement eine zentrale Rolle für die Funktionalität des Newsrooms bei.

Als wesentliche Elemente konstatiert er

  • das Informieren der einzelnen Journalisten über Arbeitsabläufe,
  • das Anbieten konkreter Berufsperspektiven
  • sowie die Nutzung spezifischer Talente der Angestellten.

Generell vertritt Keese die These, dass Newsrooms zwar eine notwendige und optimale Ergänzung zu traditionellen Ressortstrukturen seien, diese jedoch keinesfalls ersetzen sollten.

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Lezius, Inka (2006): Redaktionsmanagement – ein Überblick über die wichtigsten Faktoren. (Studienarbeit), 1.Aufl., München.

Die Studienarbeit von Inka Lezius beschäftigt sich mit den Grundlagen und Zielen des Redaktionsmanagements. Das Kernstück der Arbeit bilden die fünf Faktoren, von denen – nach Lezius – der Erfolg eines Medienproduktes im Wesentlichen abhängt.

Ein funktionierendes Redaktionsmanagement ist eng verbunden mit den fünf Erfolgskriterien: Qualitätsmanagement, Personalmanagement, Redaktionsorganisation, Kostenmanagement und Redaktionelles Marketing. Die fünf Bereiche werden in der Arbeit genauer und sehr präzise vorgestellt – jedem dieser Faktoren ist ein Kapitel gewidmet. Da sich der erste Teil hauptsächlich mit der Theorie beschäftigt, stellt Lezius im letzten Kapitel einige reformierte Zeitungsverlage vor, bei denen neue Redaktionsformen ausprobiert wurden. Das Beispiel zeigt, dass ein solcher Umbruch nicht von heute auf morgen gelingen kann und immer neue Veränderungen eine Redaktion weiterbringen.

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Lünendonk, Thomas (2004): Redaktionsmanagement. In: Heinz Pürer (Hrsg.): Praktischer Journalismus: Presse, Radio, Fernsehen, Online, Konstanz, S. 287 – 301.

Journalist und Unternehmensberater Thomas Lünendonk gibt auf 13 Seiten einen sehr praxisorientierten Einblick in den Job eines Redaktionsmanagers. Im Ratgeberstil gibt er konkrete Tipps für verschiedene Fälle und Fallstricke des Arbeitsalltags. Der Rundumschlag durchs Redaktionsmanagements umfasst grundsätzliche Führungsregeln, die Frage nach dem richtigen Führungsstil, Teamleitung, Personalauswahl und -entwicklung, Führungskommunikation – auch in Konflikten – und Blattkritik als Führungsinstrument.

Trotz des praxisnahen Tons bezieht er sich auch auf wissenschaftliche Literatur. Als erster Überblick für den Chefredakteur in spe brauchbar. Für alle, die tiefer in die Materie eindringen wollen, zu wenig.

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Meier, Klaus (2007): Journalistik, Kostanz, v. a. Kapitel 4.4: Redaktionsorganisation, S. 159-171.

Mit seinem Lehrbuch „Journalistik“ will Klaus Meier eine praxisnahe und systematische Einführung in die Journalistik als berufsorientierte wissenschaftliche Disziplin geben. In seinen Ausführungen widmet sich der Autor (im Kapitel 4.4) auch dem sozialen Gefüge „Redaktion“: Aufbau- und Ablauforganisation stehen im Mittelpunkt der Betrachtung, die durch zahlreiche Beispiele sowie durch Schaubilder ergänzt wird.

Meier eine dabei kompakte Darstellung des aktuellen Forschungsstandes zum Thema „Redaktionsorganisation“ gelungen. Insbesondere seine Ausführungen zu neuen Modellen wie Newsdesk und Newsroom überzeugen.

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Pavlik, John (2009): Innovationen im Redaktionsmanagement II: Vom traditionellen Redaktionsbüro zur digitalen Nachrichtenredaktion. Perspektiven der Forschung. In: Fengler, Susanne/Kretzschmar, Sonja (Hrsg.): Innovationen für den Journalismus. Wiesbaden, S. 25-36.

Der US-amerikanische Medienwissenschaftler John Pavlik widmet sich in seinem Artikel unter anderem dem Einfluss technologischer Neuerungen auf das Newsroom-Management. Er stellt mehrere Ebenen vor, auf denen sich die Anpassung von Managementstrategien an diese Innovationen vollzieht:

  1. Die Entwicklung weg vom Newsroom als physisches Büro hin zu einem Netzwerk aus „Laptop-Korrespondenten“, das vom Ort des Geschehens direkt berichtet
  2. ein Abflachen der Hierarchien und eine Dezentralisierung der Redaktionen
  3. die Strukturierung des Nachrichtenflusses durch digitale Arbeitsmittel unabhängig davon, ob die Inhalte in Text-, Audio- oder Videoform übermittelt werden.

Aus diesen das Redaktionsmanagement beeinflussenden Innovationen resultiert laut Pavlik eine erhöhte Gefahr von Urheberrechtsverletzungen und/oder Plagiaten.

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Siepmann, Ralf (2004): Einsamer Ausblick. In: journalist. Ausg. 7, 2004, S. 12-14.

In seinem Artikel vergleicht Ralf Siepmann die Situation von Zeitungs-Chefredakteuren immer wieder mit dem Schicksal der Hauptfigur aus Richard Wagners Oper „Tannhäuser“. Diese steht zwischen zwei Liebhaberinnen, denen sie gerecht werden will und auch die Chefredakteure müssen in modernen Medienunternehmen sowohl zu ihren Mitarbeitern stehen als auch die Interessen der Verlagsleitung vertreten. Den Zwiespalt, den der Autor darstellt, unterstreicht er mit zahlreichen Zitaten von Chefredakteuren deutscher Lokal- und Regionalzeitungen.

Diese Vorgehensweise verdeutlicht die Realitätsnähe seiner Ausführungen. Auch zum Ende seines Textes verleiht Siepmann mit einem Blick auf die journalistische Arbeitswelt seinen Worten Ausdruck: Sogar der Weiterbildungsmarkt hat sich den neuen Bedürfnissen der Chefredakteure angepasst.

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Weichler, Kurt (2003): Redaktionsmanagement, Kostanz.

Kurt Weichlers Handbuch „Redaktionsmanagement“ aus der Reihe „Praktischer Journalismus“ stellt die verschiedenen Bereiche des Redaktionsmanagements vor: Qualitäts-, Personal-, Kosten- und Technikmanagement sowie Redaktionsmarketing.

Ausgehend von den tiefgreifenden Veränderungen im Mediensystem in den vergangenen Jahrzehnten (z.B. Technik, Wettbewerb) erklärt der Autor die gewachsene Notwendigkeit eines systematischen Managements in Redaktionen klassischer Medien und schafft einen Überblick über Methoden und Konzepte, wie sie in der Praxis zu finden sind. Zur Vertiefung des Themas bietet er zudem eine umfassende Literaturliste sowie ein hilfreiches Glossar mit Grundbegriffen des „Redaktionsmanagements“ an. Interviews mit Leitern von Zeitungs-, Zeitschriften-, TV- und Radioredaktionen ergänzen die Übersicht und erlauben einen noch tieferen Einblick in die völlig unterschiedlichen redaktionellen Managementstrategien. Da den Interviewpartnern überwiegend dieselben Fragen gestellt wurden, ist eine Gegenüberstellung und Vergleichbarkeit möglich.

Kurt Weichlers Monografie bietet dem Leser Grundlagenwissen zum Thema „Redaktionsmanagement“. Veröffentlicht im Jahr 2003, bedürfen die Inhalte des Buches aber zumindest einer Ergänzung: So bezieht der Autor beispielsweise das Management in Onlineredaktionen/-medien oder neue Organisationskonzepte wie Newsdesk und Newsroom nicht in seine Betrachtung mit ein.

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Teichert, Will / Maseberg, Eberhard / Reiter, Sibylle (Hrsg.) (1996): Führungsaufgaben in Redaktionen. Materialien zum Redaktionsmanagement in Zeitungsverlagen und Zeitschriftenverlagen, Gütersloh. → Buch ist vergriffen, ausleihbar in der Universitätsbibliothek Bochum, Signatur Gc3082 Bd.1.

Teichert ,Will / Diekmann, Thomas / Ottinger, Leonhard (Hrsg.) (1997): Führungsaufgaben in Redaktionen II. Materialien zum Redaktionsmanagement im Hörfunk und Fernsehen, Gütersloh. → Buch ist vergriffen, ausleihbar in der Universitätsbibliothek Bochum, Signatur Gc3082 Bd. 2.

„Was Sie wissen müssen, wenn Sie plötzlich führen müssen“ – so könnte der Untertitel zu beiden Bänden lauten. Entstanden sind sie im Rahmen eines Führungskräfteseminars der Bertelsmann-Stiftung für Medienleute. Im ersten Band erklären Autoren aus der Praxis in kurzen Aufsätzen Grundwissen für Führungskräfte in Zeitungs- und Zeitschriftenredaktionen. Nach Betrachtung zur Chefredakteursrolle beackern sie mit Personalführung, Betriebswirtschaft, Vertrieb, Medienrecht, Sprache und Ethik viele berufsrelevante Felder.

Das Buch richtet sich an Chefredakteure, Ressortleiter, Chefs vom Dienst und Redakteure mit Führungsambitionen. Die Texte sind durchgängig kurzweilig, gut lesbar und verständlich. Unterschiedliche Situationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz werden gesondert dargestellt. Der abschließende Abschnitt zur Branchenzukunft erscheint jedoch überholt. Insbesondere die Medienkonvergenz und die Herausforderung durch Umstrukturierung redaktioneller Abläufe kommen aufgrund des Alters der Publikation zu kurz.

Der 1997 erschienene zweite Band richtet sich an Redakteure und Produktionsverantwortliche in Hörfunk und Fernsehen. Ein Schwerpunkt der Aufsätze liegt in der Programmplanung und -gestaltung. Das Buch bietet mehr betriebswirtschaftliche Texte als der erste Band, auch zum Bereich Programmproduktion und -handel. Ein grundsätzlicher Aufsatz zur Personalführung wurde aus dem ersten Band übernommen, ansonsten fehlen Texte zu Ethik und Medienrecht. Die Artikelsammlung „Perspektiven für den Rundfunk“ ist nachvollziehbarerweise überholt. Allerdings überzeugen die zeitloseren Aufsätze dadurch, dass Praktiker praxisrelevantes Wissen kompakt darlegen.

Kann man führen „durch die Lektüre eines Fachbuchs“ lernen? Das fragen die Herausgeber im Vorwort des zweiten Bands und liefern gleich die Antwort: „Nein“. Als Einsteigerlektüre für angehende oder zukünftige Führungskräfte in Medienunternehmen können zahlreiche Aufsätze aus beiden Bänden aber durchaus auch heute noch dienen.

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Ruß-Mohl, Stephan (2010): Journalismus. Das Lehr- und Handbuch. Frankfurter Allgemeine Buch, Frankfurt am Main, Kapitel IV: Redaktionsmanagement, S. 181-217.

Mit seinem Hand- und Lehrbuch versucht Stephan Ruß-Mohl einen praxisnahen Einblick in den Journalismus, der partiell durch wissenschaftliche Erkenntnisse ergänzt wird. Der Fokus der Monografie, die sich durch leichte Lesbarkeit auszeichnet, liegt dabei auf den journalistischen Arbeitsmitteln und -prozessen. Der Autor widmet sich aber auch gezielt dem redaktionellen Management (Kapitel IV), das er als einen Eckpfeiler journalistischer Arbeit begreift. Dementsprechend umreißt Ruß-Mohl die Aspekte Organisation, Arbeitsteilung sowie Management in Redaktionen und wirft auch einen Blick auf das Verhältnis von Redaktion zu Rezipient, also auf das redaktionelle Marketing. Anhand von Beispielen aus dem Bereich der Print- und Onlinemedien sowie mit Hilfe von Schaubildern verdeutlich der Autor die wesentlichen Gesichtspunkte des redaktionellen Arbeitens und Führens.

Stephan Ruß-Mohls Buch „Journalismus“ ist ein Einführungswerk – nicht mehr und nicht weniger. Dementsprechend kann auch das Kapitel zum Thema Redaktionsmanagement dem Leser nur einen ersten Überblick verschaffen.

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