Alkan, Saim Rolf (2007): Online-Redaktionsmanagement in Unternehmen: Qualität-Prozesse-Organisationen, 1. Aufl., Norderstedt.
Das Buch von Saim Rolf Alkan ist in mehrere Kapitel unterteilt: Nach einer kurzen Einleitung beschäftigt sich der Autor mit der Frage, was journalistische Qualität eigentlich ist und ausmacht. Verschiedene Qualitätskriterien werden definiert. Im nachfolgenden Kapital 3 werden die Aspekte der Qualitätssicherung erläutert – hier unterscheidet der Autor insbesondere die beiden Worte „Qualitätsmanagement“ und „Qualitätssicherung“.
Der zweite Teil des Buches richtet sich vor allem an Online-Redaktionen: Es wird eine Definition einer Online Redaktion bzw. eines Online-Redakteurs vorgenommen. Darüber hinaus werden speziell die online-spezifischen Arbeitsprozesse thematisiert. Ob eine Online-Redaktion erfolgreich läuft, zeigt ein Blick auf die Qualität der Website. Der Autor gibt einen Überblick über die Online-Qualitätsdimensionen und stellt Mittel (Handlungsanweisungen inklusive) zur Durchsetzung dieser Qualitätsstandards vor. Das Buch von Alkan zeigt wie Redaktionsarbeit in (Online-)Unternehmen gelingen kann. Alkan hat in seinem Buch die Organisation von Online-Redaktionen beleuchtet und wichtige Aspekte des Publizierens im Inter- und Intranet hervorgehoben.
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Gläser, Martin (2006): Projektleitung. Leitung und Koordination von Medienprojekten. In: Christian Scholz (Hrsg.): Handbuch Medienmanagement, Berlin, S. 579-600.
Dieser Aufsatz ist für die Projektleitung in Redaktionen nur bedingt zu gebrauchen. Martin Gläsers Begriff von einem „Medienprojekt“ ist weit gefasst: Neben den klassischen journalistischen Massenmedien schließt er auch Spielfilme, Software oder PR-Produkte mit ein. Gut ist seine zwar eher betriebswirtschaftliche ausgerichtete, aber detaillierte Analyse der Aufgaben, Rollen und Kompetenzen eines Projektleiters. Diese können zum Großteil auch für Projekte in Redaktionen von Zeitungen, Radio- oder Fernsehsendern gelten.
Darüber hinaus konzentriert sich Gläser jedoch auf fiktionale Filmproduktionen und sagt nur wenig zu klassischen Medien. Für Journalisten insgesamt nicht empfehlenswert. Wenn man das „Handbuch Medienmanagement“ schon zur Hand hat, lohnt sich aber der Blick auf andere Themen, zum Beispiel das Kapitel „Personalmanagement“ von Cinzia dal Zotto (s. Rezension).
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Simons, Anton (2007): Redaktionelles Wissensmanagement, Konstanz.
Der redaktionsinterne Zettelkasten hat ausgedient. Die Ausschnittsammlung ist längst vergilbt. Je umfangreicher solche Informationsarchive in Redaktionen werden, desto geringer ist der verfügbare Wissenszuwachs, argumentiert Anton Simons, denn kaum einer macht sich die Mühe, die angehäuften Konvolute noch zu sichten.
Simons plädiert für digitale Lösungen: Content- und Dokumenten-Management-Systeme, Blogs, Wikis. Er legt nachdrücklich dar, warum sich Wissensmanagement lohnt: Redaktionen sparen Arbeitszeit, produzieren hintergründigere Geschichten und haben einen konstanten Themenvorrat. Simons begreift Journalismus als Wissensarbeit und dekliniert sehr technisch, welche Formen von Wissen existieren und welche Bedeutung sie für Journalisten und Medienhäuser haben. Er weist auf wesentliche Kommunikations- und Managementschritte bei der Einführung eines Wissensmanagement-Tools in der Redaktion hin.
Auch wenn das Buch in der Reihe „Praktischer Journalismus“ erschienen ist, kommt die Praxis neben grundsätzlichen Überlegungen zu Wissen und seinem Management vielerorts reichlich kurz. Werkzeuge werden eher abstrakt erklärt und veralten mit dem Fortschritt der Technik schnell. Ausführlich erläutert der Autor nur die Einrichtung eines RegioWikis für die Lokalredaktion. Der Text ist zuweilen kompliziert formuliert und darüber hinaus wenig lesefreundlich gesetzt. Für einen schnellen Überblick über Tools und Herangehensweisen eignet sich das Buch weniger, dafür aber als fundierte Einführung in das Themengebiete für Redakteure mit Managementaufgaben.
