1. Wissenschaftlich-theoretisch

Altmeppen, Klaus-Dieter (2002) : Medienmanagement als Redaktions- und Produktionsmanagement. In: Neverla, Irene/Grittmann, Elke/Pater, Monika (Hrsg.): Grundlagentexte zur Journalistik. Konstanz, S. 375-395.

Klaus-Dieter Altmeppen fächert nach einer allgemeinen Einführung den Begriff des Redaktionsmanagements in folgende Teilbereiche auf:

  • Verfahrensmanagement
  • Ressourcenmanagement
  • und Marktmanagement/Marktkoordination.

Dabei werden sowohl publizistische als auch ökonomische Ziele des Medienunternehmens berücksichtigt.

Zum Bereich des Verfahrensmanagements zählt Altmeppen Verfahrensweisen und -regeln, Arbeitsabläufe, Produktionsprozesse, Personaleinsatz und Abteilungskoordination. Das Ressourcenmanagement, das sowohl allokative als auch autoritative Ressourcen einbezieht, umfasst nach Altmeppen Sach-, Zeit- und Personalressourcen. In wechselseitiger Beziehung zu diesen beiden Bereichen sieht Altmeppen das Marktmanagement, das den Umgang mit Preisen und Erlösen fokussiert. Der Artikel gibt einen ersten Überblick über die komplexen Strukturen und Verflechtungen der Teilbereiche des Redaktionsmanagements.

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Mast, Claudia (1997): Redaktionsmanagement. Ziele und Aufgaben für Journalisten, Bonn.

Claudia Mast liefert mit ihrem Text eine Bestandsaufnahme der Bereiche des Journalisten-Berufes, in die das Redaktionsmanagement eingreift. Sie zeichnet gut verständlich nach, inwiefern Zeitungsredakteure zu Managern werden müssen, um ihr Produkt wettbewerbsfähig zu halten. Zum Ende ihres Textes zeigt die Autorin eine Möglichkeit auf, wie Journalisten dieser Doppelbelastung Herr werden können: Eine ausführliche Analyse der Stärken und Schwächen des jeweiligen Medienunternehmens erklärt Mast zum ersten Schritt auf dem Weg zu erfolgreichem Redaktionsmanagement.

Konkrete Tipps zur Umsetzung sucht der Leser allerdings vergebens.

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Meckel, Miriam (1999): Redaktionsmanagement. Ansätze aus Theorie und Praxis, Wiesbaden.

Kommunikationswissenschaftlerin Miriam Meckel geht auf die verschiedenen Gesichtspunkte des redaktionellen Managements ein:

  • Qualitäts-, Personal- und Kostenmanagement
  • sowie Redaktionsorganisation
  • und redaktionelles Marketing.

Wie der Untertitel ihres Werkes bereits verrät, versucht sie dabei Ansätze aus Theorie und Praxis zusammenzubringen. Definiert als Ausrichtung und Steuerung journalistischer Arbeit im sozialen Gefüge Redaktion, verknüpft sie die konkrete Ebene des redaktionellen Managements mit organisationssoziologischen und systemtheoretischen Ansätzen. Mit Blick auf Entwicklungen innerhalb des Mediensystems wie Kommerzialisierung, Konkurrenz und Konzentration strebt sie ebenso nach einem Transfer wirtschaftswissenschaftlichen Denkens – ohne dabei typische Eigenheiten journalistischen und redaktionellen Arbeitens aus den Augen zu verlieren.

Den Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis sollen insgesamt sechs Interviews mit „Redaktionsmanagern“ vertiefen. Sie bieten einen Einblick in verschiedene Spielarten des Redaktionsmanagements, wie es in Verlagen, bei Radio- und TV-Sendern sowie bei Zeitungen und Zeitschriften zu finden ist.

Miriam Meckel vermittelt in ihrer Monografie einen umfangreichen Überblick über die einzelnen Bereiche des Redaktionsmanagements. Allerdings fehlt die Betrachtung von Online-Redaktionen sowie neuerer Organisationsformen wie Newsdeskw und Newsroomw. Vermutlich waren diese Komplexe zum Veröffentlichungszeitpunkt des Buches im Jahre 1999 noch zu jung. Aus heutiger Sicht bedarf das Buch aber sicherlich zumindest einer Ergänzung.

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Pürer, Heinz (2003): Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Ein Handbuch. Konstanz, v.a. Kap. 4.

In seinem Handbuch thematisiert Heinz Pürer insbesondere in Kapitel 4.1 „Kommunikator-/Journalismusforschung“ verschiedene Aspekte aus dem Bereich des Redaktionsmanagements. Unter anderem widmet er sich den Bereichen Ausbildung und Sozialisation im Journalismus, redaktionelles Management sowie Organisationsforschung und Journalismus.

Dem redaktionellen Management in Bezug auf Optimierung von Arbeitsabläufen widmet Pürer zwar nur eine relativ kurze Passage, doch auch in anderen von ihm beschriebenen Bereichen der Kommunikator- und Journalismusforschung finden sich Teilbereiche des Redaktionsmanagements wieder. So stützt sich Pürer u.a. auf das Modell der vier Einflusssphären von Wolfgang Donsbach (1987), das beschreibt, wie Professionssphäre, Institutionssphäre, Gesellschaftssphäre und Subjektsphäre das Entstehen von Medieninhalten bedingen. Potenzielle Wirkungsbereiche für das Redaktionsmanagement liegen in der Professions- und insbesondere in der Institutionssphäre.

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Rau, Harald (2007): Qualität in einer Ökonomie der Publizistik. Betriebswirtschaftliche Lösungen für die Redaktion, Wiesbaden.

Betriebswirtschaftliches Denken und journalistische Arbeit passen nicht zusammen, mögen viele Redakteure denken. Harald Rau beschreitet einen anderen Weg. Er will zeigen, dass die Qualität journalistischer Produkte durch Arbeitsweisen aus der Betriebswirtschaft gesteigert werden kann.

Nach einer Einführung zum Verhältnis von Medien und Ökonomie und einer recht ausführlichen Beschreibung verschiedener Modelle journalistischer Qualität erläutert der Autor anhand von Marketing und Benchmarking, wie Redaktionen das erzeugen können, was Leser nachfragen. Solche Schlagworte mögen manchen Journalisten vor allem an Kahlschlag und Boulevardisierung denken lassen. Auch dafür eigneten sich betriebswirtschaftliche Ansätze, gibt Rau zu. Er betont jedoch, dass die Instrumente entmonetarisiert genutzt werden müssten, um im Sinne der journalistischen Qualitätssteigerung zu dienen. Die Orientierung an Kennzahlen und Kundenwünschen mache Zeitungen und Programme besser, auch wenn damit kein kurzfristiger Geldeffekt verbunden sein muss.

Anhand von Fallstudien zeigt Rau, was seine theoretischen Überlegungen mit redaktionellem Handeln zu tun haben. Ein Handbuch für Redaktionsmanager ist die Schrift deswegen noch lange nicht. Es handelt sich um ein akademisches Werk, Raus Habilitationsschrift, das allenfalls für theoretisch interessierte Leser mit ökonomischem Fachwissen informativ ist.

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